| Asiatische Luftfracht Die Tiger springen wieder |
02. März 2010 | ||
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VON: ANDREAS HAUG Viele Zeichen deuten darauf hin, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist. Die internationalen Luftfahrt-Ausstellungen, die im Februar in Singapur und Mumbai veranstaltet wurden, lassen getreu nach dem Motto schliessen: «Alles Gute kommt von oben». Und aus Asiens Tigerstaaten, möchte man hinzufügen.
Wie Airports Council International, die Dachorganisation der Weltflughäfen, im Februar im kanadischen Montreal mitteilte, war das vergangene Luftfrachtjahr im asiatisch-pazifischen Raum weniger dramatisch als in den anderen Regionen der Welt. Mit Ausnahme des Mittleren Ostens, dessen Flughäfen eine leichte Steigerung im Luftfrachtvolumen verzeichneten (+4,9%), hatten alle anderen Regionen stärkere Verluste als die –5,9% der asiatisch-pazifischen Flughäfen zu verschmerzen, auf denen mit 22,8 Mio. t stolze 41% des weltweiten Güteraufkommens abgefertigt wurden.
Capa sieht kurzfristigen Aufwärtstrend Optimistisch für das laufende Jahr stimmt insbesondere die Entwicklung gegen Jahresende: So setzte die Erholung im Oktober nicht nur mindestens einen Monat vor den anderen Regionen ein, was den Einbruch zu Jahresbeginn leicht kompensierte. Denn im Dezember übertraf sie mit einer starken Steigerung um 33,8% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 2,2 Mio. t das Wachstum aller anderen Regionen um Längen (zum Vergleich: Mittlerer Osten 24,7%, Europa 19,6%, Nordamerika 14,8%). Für das laufende und die nächsten beiden Jahre erwartet das im australischen Sydney den Markt beobachtende Centre for Asia Pacific Aviation (Capa) starke Impulse für die regionale Luftfahrt. Als Messlatte hat sich das Zentrum die Prognose der Entwicklung der Grossraumflotte vorgenommen und sieht voraus, dass auch hier der asiatisch-pazifische Raum auf- und davonfliegt.
Die Sonne geht weiterhin im Osten auf Während aktuell mit 1459 Langstreckenflugzeugen etwa jedes dritte Fluggerät dieses Typs weltweit in der Region beheimatet ist (Nordamerika und Europa jeweils leicht über 1000 Stück, Mittlerer Osten 447, Afrika 167, Lateinamerika 130), wird in den nächsten Jahren exakt die Hälfte der neuen Maschinen von Fluggesellschaften des asiatisch-pazifischen Raums in Betrieb genommen. Davon stehen dieses Jahr 82 Einheiten zur Auslieferung an, nächstes Jahr sollen es 141 sein, 2012 sogar 148. «In den nächsten 20 Jahren wird der asiatisch-pazifische Raum die USA und Europa als weltgrösste Luftfrachtmärkte ablösen. Etwa 40% des gesamten Transportvolumens werden dann auf diese Region entfallen», präzisierte John Leahy, Airbus Chief Operating Officer, bei der Präsentation der Airbus-Marktprognose auf der Luftfahrt-Ausstellung in Singapur. Um dem auf 6,3% veranschlagten jährlichen Wachstum des Luftfrachtaufkommens in der Region – verglichen mit lediglich 5,3% weltweit – Herr zu werden, geht der europäische Flugzeugproduzent davon aus, dass er und seine Konkurrenten bis 2028 mit massiven Bestellungen beglückt werden. Leahy: «Die asiatisch-pazifischen Fluggesellschaften werden rund 8000 neue Maschinen mit einem Bestellwert von 1,2 Bio. USD kaufen.»
Grosser Bedarf an grossen Fliegern Auch gemäss der langfristigen Airbus-Prognose entfallen immerhin zwei von fünf Flugzeugen dieser Flotte auf die auch in Passagierversionen für die Luftfracht interessanten Grossraumflugzeuge (2570 Einheiten) und Superjumbos vom Typ A380 (880). Diese hohe Zahl erklärt Airbus mit der zu erwartenden Bevölkerungskonzentration in den Ballungsräumen der Region, die zu einer hohen Verkehrsdichte auf intraregionalen Routen führen wird. Im reinen Frachtbereich rechnet Airbus mit einem Ausbau der asiatischen Dominanz: In 20 Jahren wird es mit 1500 Flugzeugen fünfmal so viel Vollfrachter in der Region geben wie heute. Durch den Umbau vieler ausgedienter Verkehrsmaschinen zu Frachtversionen wird die Nachfrage nach neuem Fluggerät mit etwa 340 Stück, das wären 40% der weltweiten Nachfrage, allerdings recht überschaubar sein. Auch hier werden die Grossraumflugzeuge den Löwenanteil stellen und den asiatischen Tigerstaaten zu einem weiteren Sprung verhelfen.
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